„Sinn machen“ macht keinen Sinn

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Vielleicht schlägt da etwas der ehemalige Deutsch-Leistungskursler in mir durch, aber Artikel zu den Feinheiten und Fallstricken der deutschen (und auch englischen) Sprache stossen bei mir eigentlich immer auf grosses Interesse. Dummerweise (und auch da gibt es eine Parallele zum Deutsch-Lk) bleibt immer nur wenig bei mir hängen — was langjährige Leser meiner diversen Weblogs wohl auch bestätigen können ;-). Immerhin ist eine gewisser Lerneffekt durch konstante Wiederholung über die Jahre nicht abzustreiten und so bin ich beispielsweise mittlerweile vollständig von der Apostrophitis kuriert (stattdessen bluten nun auch mir die Augen, wenn ich lese, dass ein Café in der Altstadt von Chur „sonntag’s geöffnet“ ist). Auch an der Ausrottung des Deppenleerzeichens arbeite ich hart. Doch auch weiterhin rutschen mir oftmals falsche Steigerungen wie „einzigste“ und nicht nur für Sprachwissenschaftler alptraumhafte Eindeutschungen wie „nicht wirklich“ durch die Finger.

Nun gibt es auch viele Sprachblogs und Websites, die sich mit der deutschen Sprache befassen, aber eine von mir immer wieder besonders gern gelesene Website ist „Belles Lettres – Deutsch für Dichter und Denker“. Dort widmet man sich zuweilen mit sehr viel Liebe zum Detail und immensem Aufwand den Besonderheiten unserer Muttersprache. Man schaue sich nur mal den Quellcode an, jeder Beitrag ist (manuell) mit unzähligen weichen Trennzeichen gespickt (­), so dass moderne Browser eine halbwegs vernünftige Silbentrennung durchführen können.

Ein Highlight auf „Belles Lettres“ ist eine ausführliche Ergründung des Sprachphänomens „Sinn machen“, das sich als „false friend“ in der deutschen Umgangssprache etabliert hat. Mir war schon länger bekannt, dass „Sinn machen“ streng genommen eigentlich eine falsche deutsche Übersetzung aus dem Englischen ist, aber der genaue Ursprung war mir bisher nicht bekannt. Dies wird nun in dem Artikel auf Belles Lettres in beeindruckender Ausführlichkeit (mit Video-Tutorial!) nachgeliefert.

Bin mal gespannt, ob das im Hinterkopf hängen bleibt und ich in Zukunft weniger „Sinn mache“ 🙂

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